Die Regenerationspause:
Der November ist seit meiner aktiven Rennzeit mein „Regenerations-Monat“. Nach dem ich während elf Monaten fast täglich auf dem Bike, den Tourenskiern oder Joggend unterwegs war, gönne ich Körper
und Geist nun ein paar Tage Erholung. Rund vier
Wochen dauert dabei die physische und psychische Erholung vom
gesamt-organischen „Belastungs-Stress“ und die Wiederabrufbarkeit der
sport-spezifischen Komplexleistung im Kurz-, Mittel- und
Langzeitausdauerbereich.Diese Tatsache wird umso klarer, wenn man die Zahlen einer Saison anschaut: Von Anfangs Dezember bis Anfangs November kommen 300’000 Höhenmeter auf dem Bike zusammen. Weitere rund 70’000 Höhenmeter lege ich jeweils mit den Tourenskiern zurück. Dies bedeutet, dass ich jährlich zwischen 900 und 1000 Stunden auf dem Bike, den Tourenskiern oder joggend unterwegs bin.
Der Hauptbestandteil dieser vier Wochen ist die aktive Regeneration. Zweimal die Woche gehe ich etwa 20 Minuten locker joggen und mache etwas Stretching. Zwei- bis dreimal geniesse ich die wohltuende Wirkung eines Whirlpools. Saunieren und die wirkungsvollen Massagen meiner Frau runden mein Programm ab. Es ist die Zeit wo das Material gepflegt und in Stand gestellt wird. Aber auch die Zeit wo die Pläne und Ziele für die kommende Saison geschmiedet werden…
Grundlegendes zum Form-Aufbau:
Sämtliche Trainingsmethoden bringen nur den gewünschten Formaufbau, wenn diese im korrekten Verhältnis eingesetzt werden. Richtiges Training besteht aus gezielter Be- und Entlastung. Die Belastungsreize müssen dabei wechseln, da sich der Körper an eine immer gleich bleibende Belastung gewöhnt - Stagnation oder gar Übertraining können dabei die Folge sein.
Im November stelle ich jeweils mein Trainings-Konzept zusammen. Dieses besteht aus vier Phasen: Winteraufbau (Dezember bis ca Mitte März), Übergangsphase (ca Mitte März bis ca Anfangs Mai - hier bin ich etwa zu je 50% mit dem Bike und den Tourenskiern unterwegs), Mountain-Bike Phase (Mai bis Oktober) und Regenerationszeit (2 Wochen im August und 4 Wochen im November).
Der Winteraufbau ist polysportiv geprägt, hier baue ich mir die Form für die kommende Bikesaison auf. Diese Phase teile ich in drei Perioden (Makrozyklen) zu je 5 Wochen Länge ein. Von Woche 1 bis 4 gibt es eine kontinuierliche Steigerung des Trainingsumfanges. Mit der Woche 5 – der so genannte Regenerations-Woche – wird dieser Makrozyklus abgeschlossen.
Dies könnte bei einem ambitionierten Sportler in etwa so aussehen:
- Woche 8 Std.
- Woche 10 Std.
- Woche 12 Std.
- Woche 14 Std.
- Woche (Regeneration) 4 Std.
Die einzelnen Wochen eines Makrozyklus stellen die so genannten Mikrozyklen dar. Ein solcher Mikrozyklus (7 Tage) beinhaltet im Winteraufbau z.B. drei Krafttrainings (jeden zweiten Tag), zwei Ausdauertrainings (wobei eines sehr lang ist z.B. 5 bis 10 Std.) und zwei Regenerationstage (in der Regel Montag und Freitag).
Übersicht meines Wintertrainings:
Ende November, nach vier Wochen Regenrationspause,
ist die Vorfreude auf das Wintertraining besonders
gross. Am Ende dieser Phase kann ich es jeweils kaum mehr warten bis es
endlich wieder losgeht. Die verschneite Bergwelt zieht mich
geradezu magisch an. Eine Skitour in unberührter und tief verschneiter
Winterlandschaft löst bei mir wahre Glücksgefühle aus. Mit
den Tourenskiern, den Schneeschuhen und Joggend ziehe ich schon
beim ersten Schnee meine Spuren in die verschneite Winterlandschaft.In der Winterzeit betreibe ich überwiegend polysportive Aktivitäten. Auf dem Mountain-Bike bin ich wenig unterwegs. Das Training unterteile ich in die Bereiche Ausdauer , Technik , Kraft , Alternativ und Regenration:
- Lange Ausdauereinheiten (1- bis 2-mal die Woche) absolviere ich mit den Tourenskiern, mittlere oder kürzere Einheiten Joggend, mit Schneeschuhen oder Langlaufskiern. Spannend sind Kombinationen von Bike und Tourenski, Bike und Schneeschuhen, Berglauf und Tourenski oder Berglauf und Schneeschuhen.
- Die einzelnen Ausfahrten mit dem Bike dienen dem Techniktraining (1-mal die Woche). Je nach Schnee- und Eisverhältnissen geschieht dies auch mit Spike-Reifen.
- Mein „Fitnessstudio“ ist das Stanserhorn und meine beiden Krafttrainingsgeräte sind Gewichtsmanschetten und ein steiler Bergweg. Auf dem aussichtsreichen „Fitnessplatz“ – 800 Meter über dem Talboden – runden dann Sprungkrafteinheiten, Liegestütze, Bauch- und Rückenübungen mein „Fitnessprogramm“ (2- bis 3-mal die Woche) ab.
- Eine kurze und vor allem locker Jogging- oder Bikerunde dient der Regenration und aktiven Erholung (1- bis 2-mal die Woche).









